Ist eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Schon in grauer Vorzeit hatten unsere Vorfahren gelernt, aus Stroh, Weiden und anderen flexiblen Materialien Behälter, Möbel und Gefäße zum Schutz und Lagern, zum Schlafen und Sitzen herzustellen.

Als der Mensch begann, in Hochkulturen einzutreten, wurden diese Techniken aufgrund ihrer leichten Beibringung zu alltäglichen Gegenständen, antike Wegwerfprodukte sozusagen, ähnlich den tönernen Amphoren. Nichts, was größere Beachtung finden würde. Das Kunstwerk an sich hatte keine Bedeutung.

Noch später, in Zeiten raffinierterer Möbelbautechniken zu Beginn des Barocks und fortfolgend, wurde der Grundstoff für Geflechte nur noch zum Polstern und Ausstopfen verwendet. Nur die Armen behielten diese Technik bei, es war das was man sich leisten konnte.

Doch dann, inmitten des industriellen Aufbruchs des vorletzten Jahrhunderts, begann in Deutschland die Biedermeierzeit, eine Zeit in der man sich auf die romantischen Ursprünge des Menschen zurückbesann. Zudem erschloss sich eine neue Gruppe von kaufkräftigen Menschen, die aufstrebende Mittelschicht, die sich nun Möbel leisten konnte und zur Schau stellte, den Möbelmarkt. Im Rahmen dieser „back-to-the-roots“-Bewegung fand auch das Rattan durch englische Kaufleute zurück aus kolonialen, hinterasiatischen Ländern, eine Renaissance in deutschen und englischen Wohnzimmern.

Das Flechtwerk besteht zumeist aus Rattan (malaysisch für Rotan, eine lokale Pflanzenart, deren Strünke für diese Arbeit verwendet werden).

Man begann nun, Flechtwerk mit Möbeln auf neue, filigrane Weise zu verbinden, es stand nicht mehr der praktische Aspekt, sondern die Zier, das Schöne im Mittelpunkt. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist Chippendale, ein englischer Möbelstil, der sehr auf die Kooperation von Geflecht und Holz abzielt.

Aber erst durch die Wiener Schule und deren Geflechttechnik, bei der Geflechtschnüre in 4 verschiedenen Richtungen laufen und sich in bestimmten Winkeln kreuzen, gelang der Durchbruch auch in die Kunst. Hier sei Thonet als Wegbereiter erwähnt, deren Klassiker heute allgemein für Flechtstühle stehen und aus europäischen Wohnzimmern nicht wegzudenken sind.

In Amerika gab es in den frühen 1800ern eine Gruppe von religiös motivierten Auswanderern, die sich Shaker nannten. Ähnlich wie die Amish People entwickelten sie auf der Suche nach einem eigenen Lebensstil auch Möbel, die sich zu einer eigenen Stilrichtung entwickelten.

Dieser Stil wird Shakerstil genannt. Die Flechttechnik erfreute sich vor allem in der jungen Bundesrepublik allgemeiner Beliebtheit, weil er in Kombination mit Nierentischen und Tütenlampen für den Aufbruch in eine neue, moderne Zeit galt. Nun wurden moderne Materialien verwendet, vor allem Nylon und Plastikschnüre in bunten Farben.

Wir erleben heute eine Renaissance der alten Flechttechniken, bei der erlaubt ist, was gefällt.

Wir sind Flechtexperten in allen Stilen. Unsere Mitarbeiter können alle Arten von Geflechten reparieren und herstellen.